Hurra Hurra die Kinder die sind da!!!
Ein ganz neuer Weg des Kennenlernens
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05.07.2010

Verein bringt Jugendliche mit Waisenkindern zusammen

Hurra Hurra die Kinder sind wieder da!!! Hameln. Maria (17) und Anastasia (14) leben in Brjansk, einer russischen, etwa 480 000 Einwohner zählenden Stadt, 380 Kilometer südwestlich von Moskau gelegen. Sie haben eine Familie, in der sie sich geborgen- und wohl fühlen. Nastja wohnt in Shukovka, einer kleinen Stadt, 60 Kilometer westlich in Richtung Smolensk. Ihre Familie ist groß, sehr groß, denn die 16- Jährige lebt in einem Waiseninternat.
 
Kennengelernt haben sich die drei Mädchen in Hameln, wo sie auf Einladung des Vereins der Freunde für Kinder in Brjansk einen zweiwöchigen Erholungsurlaub im Tönebön-Camp verbringen.
Das diesjährige Ferienlager ist ein Experiment, denn erstmals hat der vor 17 Jahren gegründete Verein Waisenkinder mit kindern und Jugendlichen aus "richtigen" Familien zusammengebracht. "Humanitäre Hilfe, wie sie in den vergangenen Jahren durch die Transporte von Lebensmitteln und Kleidung geleistet worden war, wird
von russischer Seite nicht mehr gern gesehen", erklärt Wilfried Schwark. Der Hamelner Verein beschreite deshalb jetzt ganz neue Wege.
Zu der bisher üblichen Gruppe von Waisenkindern werden künftig auch Kinder und Jugendliche aus gewachsenen Familien eingeladen. Eine weitere Herausforderung: Auch Kinder mit körperlicher Beeinträchtigung sind involviert in diese Jugendbegegnung.  "Ob das funktioniert, müssen wir ersteinmal abwarten", so der Vereinsvorsitzende.

Seit einer Woche "üben" sich die Elf- bis 17-jährigen in dem neuen Miteinander. Für dieses Experiment wurden die insgesamt 34 Mädchen und Jungen aufgeteilt in gemischte Gruppen, um sich besser kennenzulernen und aufeinander zuzugehen. Auch vier körperbehinderte Jugendliche sind mit dabei.
Sind alle bereit für dieses Abenteuer?  -  "Eigentlich schon. Allerdings habe ich ein wenig Angst, dass die anderen auf uns Waisenkinder herabsehen", sagt Nastja aus dem russischem Internat. Anastasia ist dagegen weniger skeptisch. "Ich habe keine Berührungsängste und möchte möglichst viele Kontakte knüpfen", hat sich die 14-Jährige für die Ferienfreizeit vorgenommen.
Für Maria, die von ihrer Mutter begleitet wird, ist das Ferienlager eine doppelte Herausforderung. Aufgrund ihrer angeborenen Bewegungsstörung bedarf es einer größeren Kraftanstrengung, um mit den alltäglichen Dingen des Lebens klar zu kommen. Aber sie will mit den anderen mithalten.  Geht mit ihnen ins Südbad schwimmen, traut sich auf die Wasserrutsche, oder auch im Rasti-Land in die Achterbahn. Sie freut sich außerdem sehr auf den Zoo-Besuch in Hannover, der für den heutigen Montag auf dem Programm steht. "Ich möchte so sein wie die anderen. Und deshalb mache ich alles mit und bin offen  für Kontakte", betont die 17-jährige.

Eine Woche des 14-tägigen Aufenthalts in Hameln ist nun schon um. Nastja, Anastasia, Maria und die anderen Jugendlichen "arbeiten" intensiv an diesem neuen Miteinander. Bislang verlaufe das Ferienlager sehr positiv. Im Gegensatz zu den ersten Tagen sei nun immer häufiger ein Aufeinanderzugehen zu bemerken. "Sollte das Experiment glücken, könnte es im nächsten Jahr durchaus eine Fortsetzung geben", sagt Wilfried Schwark.


Kinder aus Shukovka zu Gast in Hameln July 2010

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