„Schnelles Handeln ist hier lebenswichtig“


 
15.05.2012

Ein Bericht über die Arbeit unserer Ortsgruppe in Brjansk sowie eine Zusammenfassung der Mitgliederversammlung und die umfangreiche Hilfe des Vereins vom 12.05.2012.

Nach seiner schweren Krebsoperation benötigte der achtjährige Alexej aufwendige Medikamente, die weder von seinen Eltern noch vom Gebietskinderkrankenhaus Brjansk in vollem Umfang finanziert werden konnten. Schnelle Hilfe von dritter Stelle war deshalb dringend erforderlich. Sie kam vom Verein „Freunde für Kinder in Brjansk“, der durch die im Oktober vergangenen Jahres gegründete „Ortsgruppe Brjansk“ (OG) auf das Schicksal des Jungen aufmerksam geworden war.

Die aus derzeit 38 Mitgliedern bestehende Gruppe arbeitet als Außenstelle ehrenamtlich für den Verein. „Durch die ständige Präsenz des Vereins vor Ort können erforderliche Hilfsmaßnahmen schneller als zuvor umgesetzt werden“, betont Wilfried Schwark.



 

Oft genüge ein Anruf nach Hameln oder eine E-Mail, um unverzüglich handeln zu können. Diese unkomplizierte Unterstützung sei derzeit besonders wichtig, da größere Spendensummen aus Hameln ihren Bestimmungszwecken zugeführt werden müssen, berichtete der Vorsitzende in der Mitgliederversammlung, die erstmalig in der Werkstatt der PLSW am Scheckfeldweg Afferde stattfand.

Die Bestimmungszwecke sind die teure medikamentöse Nachsorge an Krebs operierter Kinder, Rehabilitationsmaßnahmen sowie die Wiedereingliederung der Kinder in Kindergarten, Schule und in das soziale Leben.


Diese Maßnahmen können von den Eltern meist nicht bezahlt werden. Auch gebe es keine staatlichen Zuschüsse. „Manchmal werden von Schulen oder anderen Einrichtungen zwar Sammlungen organisiert, die aber sehr lange dauern und wertvolle Zeit verstreichen lassen, die die kranken Kinder leider nicht haben“, berichtete Lena Vorontcova, die Vorsitzende der Ortsgruppe, in der Versammlung.


Schnelles Handeln sei lebenswichtig für die Kinder.


Lena Vorontcova, Irina Napreenko und Dr. Viktor Iwanowitsch Aljoksa mit dem achtjährigen Alexej im Gebietskinderkrankenhaus Brjansk.

2011 hatte der in Hameln ansässige Verein „Hilfe bei Krebs“ dem Verein der „Freunde für Kinder in Brjansk“ eine zweckgebundene Spende für krebskranke Kinder in Höhe von 20 000 Euro überwiesen.

„Weitere 10 000 Euro haben wir in diesem Jahr erhalten“, so Schwark. Durch das aus einer Erbschaft stammende Geld konnten bereits mehrere Kinder mit lebenswichtigen Medikamenten versorgt werden. Immer mehr Eltern wenden sich an die OG mit der Bitte um Unterstützung bei der Nachsorge ihrer an Krebs operierten Kinder. Einige Mütter haben sich außerdem zu der Selbsthilfegruppe „Gute Kraniche“ zusammengeschlossen, um Gelder für die teure Nachsorge zu beschaffen und an die Behörden zu appellieren, die Kosten dafür zu übernehmen und die Gesellschaft für das Thema zu sensibilisieren. Letzteres hatte bereits Erfolg. „Bei einem von unserer Ortsgruppe initiierten Wohltätigkeitsbasar haben wir 1000 Euro zusammenbekommen“, berichtete Irina Napreenko, Geschäftsführerin der OG. Diese Eigeninitiative in Brjansk sei wichtig, denn irgendwann werde die großzügige Spende aus Hameln aufgebraucht sein. Bis dahin müssen neue Wege gefunden werden, um den betroffenen Kindern weiterhin helfen zu können.


Vorstandsmitglieder aus Hameln und Brjansk nach der Mitgliederversammlung im Mai


Des Weiteren hat der Verein „Freunde für Kinder in Brjansk“ im vergangenen Jahr in dem von ihm unterstützten Waiseninternat Shukovka für 4500 Euro einen Jugendraum und im Reha-Zentrum Beshiza einen Spielplatz in Höhe von ebenfalls 4500 Euro eingerichtet sowie eine in Berlin durchgeführte Operation eines Kindes aus Brjansk unterstützt, um nur einige Hilfeleistungen zu nennen. Ermöglicht wurden die Maßnahmen unter anderen durch den Erlös des Glühweinverkaufes auf dem Weihnachtsmarkt Hameln, dem von Gerd Paschwitz organisierten Fußballturnier, einem Benefizkonzert und den Mitgliedsbeiträgen. In einer außerordentlichen Versammlung am 22. September soll übrigens über eine Erhöhung des Beitrages diskutiert werden.

Derzeit stehen die Vorbereitungen für den Aufenthalt der russischen Kinder im Tönebön-Camp vom 16. bis 29. Juli mit einem Tag der offenen Tür am Sonntag, 22. Juli, im Mittelpunkt der Vereinsarbeit. Auch bemüht sich der Verein Rollstühle für das Reha-Zentrum. Wer einen Rollstuhl abzugeben hat, kann sich unter 05151/26233 melden.



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